Ausgeknockt und Highlightbirne

Gestern lag ich so flach wie lange nicht mehr. Ich war richtiggehend ausgeknockt. Ich hatte sehr leichte Temperatur und fühlte mich aber richtig schwach und konnte die Augen keine zehn Minuten offen halten. Dämmerte ständig weg, mein gesamter Kiefer tat weh, die Stimme war komplett weg…Ich hab den ganzen Tag nichts gegessen, hatte keinen Hunger oder Appetitt nur schlückchenweise Wasser hab ich getrunkten. Mir fehlte die Kraft mir nen Tee zu kochen. Erst Abends wurde ich ein bisschen fitter und hab mir dann einen Käsetoast gemacht und ein paar Weintrauben genascht.

Meine besten Freunde, meine drei Musketiere waren gestern: Balsamtaschentücher, Nasensalbe und Nasenspray (für Kinder, weil mir die Dosierung meist reicht)

Die Nacht war unruhig aber nicht gänzlich unerholsam. Ich war ein bisschen angespannt, weil ich eigentlich heute wieder arbeiten gehen wollte. Als der Wecker klingelte fühlte ich mich auch recht ok, jedenfalls deutlich besser als gestern. Ich machte mich unter die Dusche und hatte danach leider mit Kreislaufproblemen zu kämpfen. Also hab ich mich nochmal krank gemeldet und mich wieder ins Bett gelegt.

Nachmittags ging es mir dann wieder besser. Ich hab sogar wieder sowas wie ein bisschen Antrieb verspürt. Um 17:00 hatte ich einen Termin bei meinem neuen Hausarzt hier im Ort. Es war der Sohn des Praxisinhabers, der in der Facharztweiterbildung zum Allgemeinmediziner steht. Ich fand ihn sympathisch und hab Vertrauen zu ihm, mit ihm denke ich werde ich erstmal gut klar kommen. Er stellte einen Virusinfekt mit leichter Bronchitis fest, rat mir weiterhin viel zu trinken und bei Bedarf symptomatisch zu behandeln (was ich ja eh schon tue). Da ich unbedingt morgen wieder arbeiten will (nicht weil ich so unbändige Lust habe, sondern weil ich mir durchs daheimbleiben nicht selbst schaden möchte) hat er mich nur für heute krank geschrieben.

wir haben außerdem vereinbart, dass ich das Citalopram auf 30mg erhöhe.

Als ich heimkam war ich tatsächlich einigermaßen motiviert, also hab ich mir meinen Frühstückssmoothie und mein Mittagessen für morgen vorbereitet und auch schon meine Klamotten rausgelegt um mir den Einstieg morgen so leicht wie möglich zu gestalten. Je weniger Entscheidungen ich morgens treffen muss, desto besser. Dann hab ich ein bisschen an meinen Therapieunterlagen gearbeitet und einen Fragebogen ausgefüll. Für mehr reichte die Konzentration nicht.

Zum Abendessen gabs TK-Pizza Magherita mit Mais und dann hab ich mir eine Birne geschnitten und diese nach der Pizza gegessen. Und das ist irgendwie traurig, aber das ist echt ein Highlight für mich. Ich schneide mir fast nie mal eben Obst. Ich hab auch nur ganz selten mal frisches Obst im Haus, weil es bei mir eigentlich immer nur schlecht wird. Ich mache meinen Wocheneinkauf fast ausschließlich bei Aldi und da gibts Obst eben immer nur in „Großpackungen“ und ich mag eben nicht ne Woche lang jeden Tag zwei Clementinen gezwungenermaßen essen müssen.
Am Freitag allerdings war ich beim Türken, um frischen Salbei und Thymian zu kaufen (den ich dann allerdings doch erst im Rewe bekam…) und da lachte mich das Obst so sehr an, dass ich zugriff und mir eine Birne, zwei Orangen, drei Clementinen und eine Hand voll Trauben kaufte. Das alles hab ich in einer Schale in der Küche hübsch arrangiert und da lachte mich eben heute die Birne so an…

Der Laden ist gar nicht soooo weit von mir entfernt…vielleicht schaffe ich das ja mal öfter. Mein Traum wäre es zweimal im Monat eine Biokiste mit Obst und Gemüse zu bestellen und das ganze auch aufzubrauchen….mehr zu kochen…würde, wollte, hätte, sollte…schauen wir mal…

Morgen also Arbeit…hoffentlich…leider…irgendwie…
Ich hab Angst davor…Angst vor dem was auf mich wartet, wie mein Chef reagiert. Ich hab Angst, dass er sauer auf mich ist. Damit komme ich gar nicht gut klar. Ich hab Angst vor den 300 ungelesenen Mails und dem Arbeitsberg, den ich ja davor schon nicht hatte abarbeiten können…das alles wird mich einholen. Ich hab Angst vor der Kritik die kommen könnte und dass ich wieder nicht alles schaffe.
Naja irgendwie muss ich da durch…Mittwoch ist zum Glück Therapie und in fünf Wochen hab ich dann schon Urlaub!

Ich bin wieder hier

Hallo, da bin ich wieder…

nach dem Thema Schluss mit Ausreden war auch irgendwie Schluss mit bloggen, Schluss mit Freude…und heute hatte ich wieder den ersten Termin meiner richtig echten Therapie. Sprich ihr dürft in den nächsten Monaten live miterleben wie ich meine Schematherapie mache YAY :-)

Eine Veränderung beginnt immer mit einer Bestandsaufnahme. Also dann:

Datum: 7.11.2016
Therapiestunden: 1
Gewicht: (keine Ahnung, muss ich morgen mal bei meinen Eltern checken)
Wohnsituation: mein geliebtes kleines Häuschen, im Kisten- und Lotterchaos mit einer To-Do Liste, die von hier bis zum Mond reicht.
Psyche: Bin jetzt in der dritten Woche krank geschrieben. Ich schlafe sehr viel. Seit gestern geht es mir etwas besser und ich würde sehr gerne versuchen am Donnerstag arbeiten zu gehen. Das Alleinsein kann ich grade nicht gut ertragen. In der letzten Woche fühlte sich alles so sinnlos an, so taub und nichts hat mehr Spaß gemacht
Körper: fit
Beziehungsstatus: Single und mal wieder völlig perspektivlos verliebt… *augenroll*

Die heutige Sitzung war ganz schön holprig zu Beginn. Ich in Tränen aufgelöst und er bekannt provokant…aber nach ner Weile hat er mich dann vom zwischenmenschlichen Kopfsteinpflaster runter gelassen und wir konnten ein bisschen über meiner Ziele und unser weiteres Vorgehen sprechen.

Mein Ziel ist es wieder dahin zu kommen wo ich vor zwei Jahren war. Ich will meine eigene Sonne sein, ich will mir selbst genug sein. Ich will mit mir ok sein. Ich will wieder Kraft für schöne Dinge haben und diese genießen und hier teilen. Und ich will auch Kraft für die nicht so schönen Dinge haben und halt einfach tun, was manchmal getan werden muss. Weil, da bin ich ja Realist. Das Leben besteht nunmal nicht nur aus Kochen und Einhornpups, sondern eben auch aus Abflusssaubermachen (schlimmste Hausarbeit der Welt!!!).

Ich bin motiviert, wir fangen thematisch nochmal von vorne an, ich hab einen Berg Unterlagen bekommen (den selben wie letztes mal 😉 ) und ich hab den Willen mitzuarbeiten.

Und ich mag wieder hier schreiben!

Und jetzt gehe ich und koche mir Kartoffeln mit Spinat und Rührei!

Anders als gewünscht

Ein guter Teil meiner Depression rührt von dem Gefühl nicht gut genug zu sein, nicht den Erwartungen und Wünschen anderer zu entsprechen. „Andere“ waren zuallererst meine Eltern. Das waren eben die Personen, die ich zuerst kennen lernte, und die mich, aufgrund einer gewissen Abhängigkeit meinerseits von Ihnen, zuerst prägten. Die Eindrücke, die die Eltern hinterlassen sind nunmal die tiefsten, schließlich geht es am Anfang ums blanke Überleben.

Ich bin die Erstgeborene. Laut meinen Eltern ein absolutes Wunschkind. Naja, und Wünsche bergen Erwartungen…

Man stelle sich die Erstlingseltern vor, wie sie sich so sehr über den positiven Schwangerschaftstest freuen, die Schwangerschaft gemeinsam erleben, das erste gemeinsame Nest bauen, auf den Termin der Termine hinfiebern. Sie wollen alles vorbereitet haben, wenn das Wunschkind eintrifft. Und dann platzt einige Tage nach dem errechneten Entbindungstermin die Fruchtblase, per Rettungswagen gehts ins Krankenhaus, das Kind liegt falsch herum, muss per Kaiserschnitt geholt werden. Die erste Enttäuschung.

Die junge Erstlingsmama ist nervös und unsicher, wird von den Schwestern und Hebammen nicht beraten und unterstützt und „schafft“ es somit nicht das Kind zu stillen. Die zweite Enttäuschung.

Zu Hause stellt sich dann heraus, dass das Kind nicht aufhört zu brüllen. Es lässt sich kaum beruhigen, es brüllt die Nerven der Eltern blank. Nix mit süß und rosig…dafür die dritte Enttäuschung.

Das Kind, nennen wir es mal Daniela, trinkt auch nicht wie es soll. Stunden dauert es, bis das Fläschchen leer ist. Und kaum ist die Milch im Kind, kommt sie auch schon wieder heraus. Die vierte Enttäuschung.

Ein „Easy-Baby“ war ich definitiv nicht.

Ich nehme an meine Eltern waren ziemlich frustriert und das hab ich mitbekommen. Ich entsprach nicht den Wünschen und Vorstellungen. Und so ging es weiter.

Mehrmals in meiner Kindheit wendete sich eine „beste“ Freundin ab und hatte plötzlich eine neue, ich war nicht lieb und brav und ordentlich. Ich fand nie Anschluss an eine Clique, denn zu dem Zeitpunkt hatte ich das Gefühl nicht gut genug zu sein bereits verinnerlicht. Ich war häufig in Jungs verliebt, die keine Notiz von mir nahmen oder mich abwiesen.

Einen Höhepunkt, oder wohl eher Tiefpunkt, werde ich nie vergessen: Ich ging das erste mal mit meinen Eltern zu einer Therapeutin. Ich muss irgendwas zwischen 12 und 15 gewesen sein. Ich wollte da nicht hin. Meine Eltern hatten vorher schon einige Gespräche mit ihr gehabt. Sie unterhielt sich mit mir und nach einiger Zeit sagte sie: „ich lerne hier eine völlig andere Daniela kennen, als deine Eltern sie beschrieben haben. In ihren Erzählungen bist du immer die Aufsässige und Trotzige.“

Im Nachhinein denke ich: wie blöd darf eine Therapeutin eigentlich sein, sowas zu einem Kind ohne Selbstwertgefühl zu sagen. Aber immer wenn ich an dieses Erlebnis denke, spüre ich die Scham und Verletztheit. Dieses Gefühl eine Enttäuschung zu sein für die Menschen, denen ich nunmal mein Leben verdanke.

Erst 15 Jahre später lernte ich in der Schematherapie die Gedankenmuster zu durchbrechen. Mich abzugrenzen. Mich gut zu finden mit meinen Stärken und meinen Schwächen. Das ist immer noch „in progress“ aber es wird. Und es fühlt sich halt gut und richtig an.

Natürlich sind meine Eltern nicht der einzige Grund für meine Depression. Aber irgendwo fängt es nunmal an. und ich denke bei mir fing es mit der geplatzten Fruchblase an. Zum Glück hab ich aber auch viele schöne Kindheitserinnerungen. Es war nicht alles nur scheiße :-)

Aufundabundaufuundabundaufund…

2014 war sowas von mein Jahr. Es war das erste Mal, dass ich mich wirklich frei von Depressionen gefühlt habe. Ich habe zum ersten Mal erlebt was es bedeutet stabil und glücklich zu sein, unbeschwert, voller Energie, entspannt und in mir selbst ganz tief ruhend. Ich hab aus dem nichts 15 Kilo abgenommen. Schwupp – weg waren sie.

Ergebnis einer 1 jährigen Schematherapie bei einem ganz wunderbaren Therapeuten. Eine Therapei, die ich ich gar nicht machen wollte. Ich empfinde es als großes Glück, dass ich genau zum richtigen zeitpunkt den richtigen Therapeuten mit der richtigen Therapieform gefunden habe. Nach 15 Jahren hat es endlich gepasst. Sicher haben auch die Therapien in den Jahren zuvor viel geholfen. Ich bin davon überzeugt, dass man sich eben nur Stückweise, Schichtweise an sein Problem heranarbeiten kann. für mich zumindest war es so der richtige Weg.

Der Unterschied war deutlich spürbar und auch sichtbar:

Juli 2013
Juli 2013
und ziemlich genau ein Jahr später
und ziemlich genau ein Jahr später

Ich finde diesen Unterschied einfach nur SAUKRASS!

Und weil es mir so gut ging dachte ich mir: hey machste mal was richtig cooles, machst ne Weiterbildung. Nebenberuflich für  10 Monate mit ner schönen IHK-Abschlussprüfung, damit es eben richtig rockt.

Also angemeldet und losgelegt. Das war im September 2014.

Im Dezember 2014 saß ich zum ersten mal wieder zum Boostergespräch bei meinem Therapeuten. „ich schaff das nicht, ich will das nicht versauen, ich will mindestens mit ner zwei abschließen, ich …hab dann wohl mal wieder unerbittliche Ansprüche…“ trotz Gesprächen, viel für mich tun und auf mich aufpassen wuchs mir der Stress unsagbar über den Kopf. Im Februar hatte ich permanent Herzrasen, Muskelzuckungen, Schlafstörungen, Panikattacken und eine Hyperakusis. Im April sollte die schriftliche Prüfung sein, im Juli dann die mündliche.

Ich ließ mir Lorazepam verschreiben um wenigstens ab und zu schlafen zu können. Parallel zum ganzen Lernstress versuchte ich noch eine Wohnung und den perfekten Partner zu finden :-( arbeiten ging ich ja auch noch und da war auch noch ein Haushalt zu versorgen.

Im März dann fand ich die perfekte Wohnung, wie ich dachte. Ich wusste nicht, dass sich das als absoluter Alptraum entpuppen würde… Das gab mir aber erstmal Kraft. Ich würde die schriftliche Prüfung machen, dann umziehen, die mündliche und dann hätte ich endlich Zeit für mich, könnte mich entspannen, wieder LEBEN. Und Abnehmen, denn die 15 Kilo saßen wieder auf den Hüften.

Die schriftliche Prüfung kam und ich hatte so ein Naja-Gefühl…ich hoffte auf die 50 Punkte, die mich zumindest bestanden haben ließen. Ich fing an Kisten zu packen, die alte und die neue Wohnung zu renovieren, kaufte einige neue Möbel, anderes wurde verkauft oder zum Sperrmüll gebracht. Das alles kostete mich sehr sehr viel Kraft…

Einige Tage vor dem Umzug zeigte sich dann, dass der neue Vermieter eine sehr schwierige Person war, die Maklerin mehr ihre eigenen als meine Interessen vertreten hatte und mir der ganze schöne Traum laut scheppernd um die Ohren flog.

In diesen Tagen hatte ich mehr Nervenzusammenbrüche als in den letzten 5-8 Jahren. Das End vom Lied: ich zog nicht in die Wohnung, zuerst nur meine Möbel, die ich zwei Wochen später wieder heraus holte. Die Möbel zogen in ein Lager, ich zu meinen Eltern. Ich bekam unschöne Post von einem unfreundlichen Anwalt, suchte meinerseits einen Anwalt auf, war 3500€ ärmer, dafür um eine Küche reicher, die ich nicht mehr brauchte und nicht los bekam. Ich hatte keine Wohnung, keine Kraft, keine Nerven und kein Geld mehr…

So kam es, dass mir die mündliche Prüfung schon fast egal war. Die schriftlichen Ergebnisse hatte ich in der Zwischenzeit bekommen und ich hatte alle Fächer bestanden, teilweise sogar DEUTLICH besser als erwartet. Mir konnte in der mündlichen nicht mehr viel passieren, so war ich in diesem Punkt zum ersten Mal fast tiefenentspannt. Und es lief SAUGUT! Diese Prüfung wird mein absolutes Jahreshighlight sein. Ich hab 30 Minuten derart gerockt, dass ich mit 97% belohnt wurde. Ich war und bin so unendlich stolz auf mich!

Seitdem bin ich auf Wohnungssuche…es ist nicht so einfach, weil ich mich stark davor scheue das nächst Beste zu nehmen. Ich möchte eigentlich was, wo ich mich wohl fühle, und da das abhängig ist von möglichst wenig direkten Nachbarn und der Möglichkeit mal zwei katzen halten zu dürfen, ist es nicht so einfach…

Mit meinen Eltern komme ich weitestgehend gut klar, aber es ist schon schwierig…für beide Seiten…ich versuche optimistisch zu bleiben und überlege wo ich meine Ansprüche an die neue Wohnung zurückschrauben kann.

Es wird sich schon was finden…hoffe ich…ich hänge nur grade irgendwie in der Luft und komm nicht so richtig mit den Füßen auf den Boden. Das gefühl ist doof, und bestimmt gibts dafür auch ein Schema, aber meine Unterlagen sind ja in irgendeinem Umzugskarton im Lager…

 

Schema 14: unerbittliche Ansprüche (Domäne 3)

Auf die einzelnen Schemata, auf das Thema Schematherapie, was das mit mir zu tun hat etc. werde ich im Laufe der Zeit noch mehr eingehen.

Unerbittliche Ansprüche:

Ich WILL, dass dieses Blog SOFORT PERFEKT aussieht. MEINEN ANSPRÜCHEN genügt. Bei meinen allerersten Schritten musste ich aber erschrocken feststellen: das geht gar nicht so einfach. Jedenfalls nicht so, dass es mir SOFORT gefällt.

Es ist ein bisschen so, als wolle ich einen 3-fachen Rittberger schaffen. NATÜRLICH einen PERFEKTEN. Und zwar am ersten Tag. Nur weil ich schonmal einigermaßen auf Schlittschuhen gestanden hab. Dass ich keine Ahnung von der Technik habe, die dahinter steckt schreckt mich erstmal nicht ab. Ich will das, andere können das auch, also kanns ja net sooo schwer sein…ähm…verschätzt.

Und dann lauf ich los und merke: hui ist das glatt, wo ist hier die Bremse? Mit welchem Bein fange ich an? Welcher Arm? Wohin gucken? Und sollte ich vielleicht nicht vorher noch eine Unfallversicherung abschließen und so 90 Kilo abnehmen?

Ich setz mich erstmal auf die Bank, bin frustriert. Ziehe die Schlittschuhe aus. Werde traurig, wütend. Das Kopfkarussell setzt ein: “siehste du schaffst nix. ALLE ANDEREN können das. JEDER kann das. Nur du nicht. Du bist so dumm und dick und hässlich” und spätestens hier bin ich in der Domäne 5 beim Schema 19 “Strafneigung” angelangt. Und das ganze endet dann mit Flucht, Aufgabe, Resignation.

Aber diesmal ist es ein bisschen anders. Ich überdenke mein Kopfkonzept. Stelle das Umleitungsschild an die Gedankenautobahn. Ich definiere mein Ziel: Ich will dieses Blog! Ich will darüber schreiben, ich will die Chance haben Menschen zu helfen.

Vielleicht muss es ja nicht gleich am ersten Tag perfekt sein (3-facher Rittberger). Vielleicht darf ich mit der Aufgabe wachsen. Nein, ich will mit der Aufgabe wachsen. Ich WILL NICHT aufgeben!! Dafür bin ich zu sehr von der Botschaft überzeugt, die ich weitergeben möchte.

Vielleicht lerne ich erstmal gradeaus fahren und bremsen. Das könnten wichtige Grundlagen sein. Ist nur so ne Vermutung.

Und ich bin stolz auf mich, dass ich die Schlittschuhe nicht gleich weggeworfen habe. Dass ich mutig genug bin das Risiko einzugehen mir blaue Flecken zu holen und dass ich dran bleibe!