Es wird…

Ich mags ja nicht verschreien, aber ich glaube es wird so ganz langsam so ein bisschen. Ich spüre weniger Erschöpfung. Ich kann mich deutlich besser konzentrieren, es findet eine Erholung statt. Vor zwei Wochen war ich beim Arzt. Er hat mich gefragt was los ist und ich bin in Tränen ausgebrochen. Jetzt nehme ich Johanniskraut. 900mg am Tag. Ich glaub das war eine gute Entscheidung!

Auf der Arbeit hab ich einen halben Samstag dran gegeben meinen Arbeitsplatz aufzuräumen und neu zu strukturieren. Das hat sich jetzt zwei Wochen lang wunderbar bewährt. Ich hab einen Scheiß weggeschmissen…meine Güte, was sich da alles ansammelt. Früchtetee, dessen Früchte mittlerweile auf der roten Liste stehen könnten…Es war so unglaublich befreiend!!!

Und es fällt mir jetzt viel leichter meinen Arbeitstag zu ordnen, mich zu konzentrieren.

Es gibt einen Eingangskorb, in dem ich alles sammel, was mir den Tag über auf den Schreibtisch flattert: Lieferscheine, die zugebucht werden müssen, Tagespost, Produktmuster, etc…am Nachmittag nehme ich mir den vor und arbeite ihn einmal durch. Was ich gleich erledigen kann wird gleich erledigt. Alles andere wird sortiert in Körbe für: Ablage, Ablage zu einem best. Kunden, Prüfen, Warten auf Rückmeldung und bearbeiten.

Meine E-Mails sortiere ich nach einem Farbleitsystem 1-2 mal am Tag und gehe hier vor wie beim Papierkram. Parallel dazu führe ich eine To-Do Liste, von der ich mir immer 1-4 Punkte runternehme und nach Prioritäten geordnet abarbeite.

Und das läuft gut! Ich bin so stolz und zufrieden. Die Listen werden immer kürzer.

Ich hab auch einen neuen Rythmus gefunden mit dem ich gut klar komme. Ich fange, dank Gleitzeit, um 09:00 Uhr an und höre irgendwann zwischen 18:00 Uhr und 19:00 Uhr auf.

Da ich ja noch bei meinen Eltern wohne muss ich keine Hausarbeit und selten Erledigungen machen. Außerdem hab ich nicht den Freiraum für meine anderen Hobbies, den ich bräuchte, also passt das so ganz gut.

Mit meinem Ohr gehts am Montag ins MRT…also mein ganzer Kopf muss da rein, nicht nur das Ohr :-)…ich hoffe sie finden etwas und ich hoffe es ist behandelbar.

Einfach mal machen

Einfach…mal…machen…

in den letzten Wochen saß ich häufig an meinem Schreibtisch und starrte den Bildschirm an. Vor mir, neben mir, in mir, im Bildschirm, überall ein riesiger Berg Arbeit. Wo anfangen? Was liegen lassen?

Im Zuge der Weiterbildung hatten sich Aufgaben aufgetürmt, die ich zeitlich und kopfmäßig nicht abarbeiten konnte wie vorher. Ich bin ein gründlicher Mensch. Ich mache nicht gerne Fehler. Also eigentlich ist mein Anspruch keine Fehler zu machen, nie! Dass das praktisch nicht möglich ist weiß ich, trotzdem halte ich den Anspruch für wichtig. Ich liefere gern gute und korrekte Arbeit ab. Dafür dauert der ein oder andere Vorgang auch mal etwas länger, das nehme ich gerne in Kauf. Bis zur Weiterbildung hab ich meine Aufgaben auch immer gut geschafft. Und dann passierte das hier und ich kam unfassbar ins Straucheln. Ich machte Fehler, vergaß Aufgaben teilweise und brauchte soooo lange für alles. Mein ständiger Begleiter waren die Sätze: „Tut mir leid, hab ich noch nicht geschafft.“ „Sorry, hab ich vergessen, mach ich noch“ Und ich habs gehasst. ABGRUNDTIEF!

Seit ein paar Wochen stellt sich trotz weiterhin doofer Begleitumstände eine Erholung ein. Und trotzdem saß ich da, vor meinem Bildschirm und starrte… wo nur anfangen????

Meine liebste C. gab mir dann den (Achtung Ironie) unfassbar neuen und innovativen Tipp : „Mach dir ne Liste und dann priorisiere!“ Ja ähm…ok…? Gut, den Tipp kenn ich, hab ihn auch schon mal angewendet, aber in diesem Chaos?

Es ging tatsächlich fast ein ganzer Tag damit drauf diese Liste zu erstellen und zu priorisieren. Dass am Anfang eigentlich alles Priorität 1 hatte war anzunehmen und dann kam der rettende Gedanke: „Wenn eh alles am wichtigsten ist, dann ist es doch egal wo ich anfange und was liegen bleibt. Schlimmer wird es letztlich nur, wenn ich gar nichts mache.“ Jup, manchmal sind die einfachsten Erkenntnisse die schwierigsten.

Und letzte Woche fand ich dann wieder in den Flow. Ich machte die Liste, aktualisierte sie und machte immer weiter damit. Klar kommen bei mir täglich neue Dinge hinzu, ich muss ständig neue Prioritäten setzen, auf Zuruf schnell Dinge erledigen, aber ich hab meine Liste als Leitfaden, als Geländer, zu dem ich immer wieder zurückkomme.

Heute war ich nach 4 Tagen Krankheit wieder an der Arbeit. 240 ungelesene E-Mails und ich hab mich nicht beirren lassen. Ich hab mich kurz mündlich auf den neuesten Stand bringen lassen, hatte mir auf der Fahrt zur Arbeit bereits die aller brennendsten Punkte überlegt, die ich noch nicht erledigt hatte und dann hab ich angefangen: Liste machen, Priorisieren, abarbeiten!

EINFACH MAL MACHEN!

Und ich war so im Flow, ich bin noch total aufgedreht, aber positiv, voll Energie, ich hab sogar kurz überlegt noch was sportliches zu machen, den Gedanken aber aufgrund der Erkältung wieder verworfen (ich bin mir noch nicht sicher, ob es nicht doch ne Ausrede war, aber soll mir jetzt mal noch egal sein). Wichtig ist: ES GEHT MIR GUT!

jetzt fehlt nur noch ne Wohnung…