Von Achtsamkeit und (zu) kleinen Freundeskreisen

Heute war ein guter Samstag. Ursprünglich war der Plan mit meiner Mama shoppen zu gehen. Aber als sich dann herausstellte, dass mich die erste Arbeitswoche doch recht fertig macht und ich heute mit dem Squirrelhasen nochmal zum Tierarzt muss haben wir das auf nächste Woche verschoben. Erstmal.

Es war eine absolut gute Entscheidung! So konnte ich einen richtig entspannten Tag verbringen. Mit Mittagsschlaf *yay* und kochen. Squirrel bekommt jetzt noch zusätzlich ein Herzmedikament…schaun wir mal wie sich das alles entwickelt.

Jetzt war der Tag so schön ruhig und entspannend, dass ich heut Abend gern noch was trinken gegangen wäre. Aber keiner hat Zeit. Und da wurde mir mal wieder bewusst, dass ein kleiner Freundeskreis manchmal auch seine Nachteile hat.

Aufgrund der Depression und auch der Hochsensibilität hab ich es nie geschafft einen großen Freundeskreis zu haben. Grundsätzlich find ich das nicht schlimm. Ich hab lieber wenig, aber dafür ECHTE Freunde, die ich auch nachts um drei anrufen könnte, wenn was wäre. Aber gleichzeitig bin ich halt auch immer irgendwie ein bisschen außen vor. Ich werde selten mal einfach so zu nem Beisammensein eingeladen. Eben weil es auch nicht selbstverständlich ist, dass die Danny überall dabei ist. Durch die Depression musste ich mir schon öfter im Leben soziale Auszeiten nehmen, weil eben die Kraft dafür gefehlt hat. Und aufgrund der Hochsensibilität kosten mich soziale Kontakte nunmal meistens Kraft. Es ist halt wie es ist.

Ich mag versuchen wieder etwas mehr Kontakte zu knüpfen, auch wenn es mir doch oft schwer fällt. Vielleicht sollte ich die Tierärztin mal fragen, ob sie Lust hat was trinken zu gehen. Ich hab mittlerweile das Gefühl wir kennen uns schon richtig gut 😀

Morgen fahre ich zu ganz lieben Freunden, die sich einen Hof gekauft waren. Darf ein bisschen misten helfen und den Hof anschauen. Das wird ziemlich sicher, ziemlich gut. Und für heut Abend bleiben mir noch ein paar Onlinechats.

Archivbloggen-Überreizt-08-15

Manche Artikel schreibe ich offline und lasse sie erstmal liegen, um sie später nochmal mit „klarem“ Kopf zu lesen und evtl. zu veröffentlichen.

Ich komme nach Hause. Im ersten Moment ist eigentlich noch alles einigermaßen ok. Dann aber klingt das Ablegen einer Gabel auf einem Teller so, als hätte man mir einen Gong, einen sehr großen Gong ans rechte Ohr geklebt und würde von der anderen Seite dagegen schlagen. Ich will rufen, dass sie leiser sein sollen. Das Zischen des Fettes in der Pfanne prasselt wir ein spitzer Pfeilregen auf mein Trommelfell. Ich will mein Ohr schützen, aber es klingelt schon im Kopf. Der ganze Kopf ist erfüllt mit schrillen, kreischenden Tönen. Ich schnappe die Ohropax und stöpsel mir fast panisch die Ohren zu. Alles erscheint plötzlich so grell. Die Hose zwickt ein bisschen am Bauch und plötzlich muss ich sie SOFORT ausziehen, weil ich das Gefühl nicht mehr ertrage. Ich versuche mich zur Geduld zu zwingen. Decke den Tisch so leise ich kann. Was nützt, es wenn einer leise ist, während zwei andere Alltagsgeräusche verursachen, die ich grade nicht ertragen kann?

Wir sitzen am Tisch. Es gibt Pfannkuchen, ich wünsche mich irgendwohin wo es keine Geräusche gibt. Und auch sonst keine Reize. Den Geschmack nehme ich heute auch intensiver wahr. Das ist bei Pfannkuchen ja durchaus erträglich, aber die Erdbeermarmelade ist viel zu süß, das Apfelmus mit Aprikose hat einen bitteren Beigeschmack. Also Pfannkuchen pur mit wenig Zimt.

Eine Fliege wird immer wieder verscheucht. Die Scheuchbewegung macht mich wahnsinnig. Bitte hört auf euch zu bewegen! Die Stimmung ist angespannt. Ich spüre sie körperlich.

Kaum aufgegessen verziehe ich mich. Das ruhige, kühle, dunkle Kellerzimmer erdet mich ein bisschen. Ich komme etwas zur Ruhe. Ein dummer Facebookkommentar zerstört die Ruhe wieder. Ich rege mich so sehr auf, dass mir übel wird.

Ein Telefonat bringt mich wieder zur Ruhe. Gott sei Dank.

Am nächsten Tag bleierne Müdigkeit und wieder Überreiztheit…ich brauch ne Pause bitte.