In Kürze…

Den heutigen Tag nur in Stichpunkten, weil ich ihn nicht vergessen will, ich aber jetzt dringend mal Feierabend brauche:

  • auf Arbeit gewesen
  • Gut was geschafft, nur ganz wenig an den Typ gedacht, mich nicht überfordert gefühlt, war weitestgehend nett zu mir
  • Smoothie gefrühstückt und verschlafen war nicht schlimm, weil ich gestern alles so toll vorbereitet hatte
  • Vorbereitung erspart mir morgens ne Menge Kraft fürs Entscheidungentreffen
  • Nach der Arbeit bei meinen Eltern gewesen. Paar Sachen besprochen, essen abgestaubt, schlafanzüge anprobiert: passen.
  • Zu Hause mit neuer Feierabendroutine begonnen, dann doch noch viel mehr gemacht, als ich in der revidierten Version wollte
  • morgen Therapie und Aquazumba, ich freu mich drauf
  • Ich lieb meine Garage und meine Spülmaschine
  • Block am Kühlschrank befestigt und Stiftebecher obendrauf
  • Bin stolz auf mich, weil ich so viel geschafft habe, gleichzeit unsicher, ob ich stolz auf mich sein soll, weil ich was geschafft habe oder ob ich nicht lernen müsste stolz auf mich zu sein auch wenn ich nix schaffe…blöde Sekundärproblematik, ma morgen ansprechen. Aber auf jeden Fall stolz drauf, dass ich stolz auf mich bin obwohl ich gar nicht alles geschafft hatte, was ich mir unrealistischerweise vorgenommen hatte

Jetzt Feierabend!

Ausgeknockt und Highlightbirne

Gestern lag ich so flach wie lange nicht mehr. Ich war richtiggehend ausgeknockt. Ich hatte sehr leichte Temperatur und fühlte mich aber richtig schwach und konnte die Augen keine zehn Minuten offen halten. Dämmerte ständig weg, mein gesamter Kiefer tat weh, die Stimme war komplett weg…Ich hab den ganzen Tag nichts gegessen, hatte keinen Hunger oder Appetitt nur schlückchenweise Wasser hab ich getrunkten. Mir fehlte die Kraft mir nen Tee zu kochen. Erst Abends wurde ich ein bisschen fitter und hab mir dann einen Käsetoast gemacht und ein paar Weintrauben genascht.

Meine besten Freunde, meine drei Musketiere waren gestern: Balsamtaschentücher, Nasensalbe und Nasenspray (für Kinder, weil mir die Dosierung meist reicht)

Die Nacht war unruhig aber nicht gänzlich unerholsam. Ich war ein bisschen angespannt, weil ich eigentlich heute wieder arbeiten gehen wollte. Als der Wecker klingelte fühlte ich mich auch recht ok, jedenfalls deutlich besser als gestern. Ich machte mich unter die Dusche und hatte danach leider mit Kreislaufproblemen zu kämpfen. Also hab ich mich nochmal krank gemeldet und mich wieder ins Bett gelegt.

Nachmittags ging es mir dann wieder besser. Ich hab sogar wieder sowas wie ein bisschen Antrieb verspürt. Um 17:00 hatte ich einen Termin bei meinem neuen Hausarzt hier im Ort. Es war der Sohn des Praxisinhabers, der in der Facharztweiterbildung zum Allgemeinmediziner steht. Ich fand ihn sympathisch und hab Vertrauen zu ihm, mit ihm denke ich werde ich erstmal gut klar kommen. Er stellte einen Virusinfekt mit leichter Bronchitis fest, rat mir weiterhin viel zu trinken und bei Bedarf symptomatisch zu behandeln (was ich ja eh schon tue). Da ich unbedingt morgen wieder arbeiten will (nicht weil ich so unbändige Lust habe, sondern weil ich mir durchs daheimbleiben nicht selbst schaden möchte) hat er mich nur für heute krank geschrieben.

wir haben außerdem vereinbart, dass ich das Citalopram auf 30mg erhöhe.

Als ich heimkam war ich tatsächlich einigermaßen motiviert, also hab ich mir meinen Frühstückssmoothie und mein Mittagessen für morgen vorbereitet und auch schon meine Klamotten rausgelegt um mir den Einstieg morgen so leicht wie möglich zu gestalten. Je weniger Entscheidungen ich morgens treffen muss, desto besser. Dann hab ich ein bisschen an meinen Therapieunterlagen gearbeitet und einen Fragebogen ausgefüll. Für mehr reichte die Konzentration nicht.

Zum Abendessen gabs TK-Pizza Magherita mit Mais und dann hab ich mir eine Birne geschnitten und diese nach der Pizza gegessen. Und das ist irgendwie traurig, aber das ist echt ein Highlight für mich. Ich schneide mir fast nie mal eben Obst. Ich hab auch nur ganz selten mal frisches Obst im Haus, weil es bei mir eigentlich immer nur schlecht wird. Ich mache meinen Wocheneinkauf fast ausschließlich bei Aldi und da gibts Obst eben immer nur in „Großpackungen“ und ich mag eben nicht ne Woche lang jeden Tag zwei Clementinen gezwungenermaßen essen müssen.
Am Freitag allerdings war ich beim Türken, um frischen Salbei und Thymian zu kaufen (den ich dann allerdings doch erst im Rewe bekam…) und da lachte mich das Obst so sehr an, dass ich zugriff und mir eine Birne, zwei Orangen, drei Clementinen und eine Hand voll Trauben kaufte. Das alles hab ich in einer Schale in der Küche hübsch arrangiert und da lachte mich eben heute die Birne so an…

Der Laden ist gar nicht soooo weit von mir entfernt…vielleicht schaffe ich das ja mal öfter. Mein Traum wäre es zweimal im Monat eine Biokiste mit Obst und Gemüse zu bestellen und das ganze auch aufzubrauchen….mehr zu kochen…würde, wollte, hätte, sollte…schauen wir mal…

Morgen also Arbeit…hoffentlich…leider…irgendwie…
Ich hab Angst davor…Angst vor dem was auf mich wartet, wie mein Chef reagiert. Ich hab Angst, dass er sauer auf mich ist. Damit komme ich gar nicht gut klar. Ich hab Angst vor den 300 ungelesenen Mails und dem Arbeitsberg, den ich ja davor schon nicht hatte abarbeiten können…das alles wird mich einholen. Ich hab Angst vor der Kritik die kommen könnte und dass ich wieder nicht alles schaffe.
Naja irgendwie muss ich da durch…Mittwoch ist zum Glück Therapie und in fünf Wochen hab ich dann schon Urlaub!

Antriebslos, stimmlos, lustlos…

Ja was soll ich sagen, auf den letzten Metern hat mich dann doch noch die Erkältung so richtig erwischt. Ich pflege mich mit Literweise Kräuterberäu und viel Schlaf. Netterweise sind die Nebenhöhlen wohl frei, so dass ich nur wenig Kopfweh habe, aber die Stimme ist komplett weg, ich huste mich auf links und die Nase ist teilweise zu.

Der Donnerstag startete zuerst auch sehr antriebslos. Gegen 14:00 hab ich mich überredet mal zu duschen und ca. 90 Miniten später fiel ich wieder völlig geschlaucht ins Bett…das war der Punkt, wo ich meinem Freund mitteilte, dass ichs nicht zu seinem Geburtstag schaffen würde. Interessanterweise ging es mir von da an aber Stück für Stück besser und ich bin dann tatsächlich doch noch hin und es war ein schöner Abend.
Leider hab ich als ich heim kam noch gut zwei Stunden gebraucht um wieder runterzukommen…

Freitag hab ich bis mittags geschlafen und mich dann ganz freundlich zum einkaufen überredet. War in 4 Geschäften bis ich alles hatte von dem ich glaubte es zu brauchen um das Wochenende zu überleben. Besonders frische Kräuter, Obst und Ingwer. Danach war ich entsprechend kaputt und hab glaube sonst nicht mehr viel getrieben.
Mit der unerwiederten Liebe hab ich geklärt, dass die Liebe wohl auch unerwiedert bleibt…das war natürlich auch nochmal so ein lowlight des Tages…und meine liebe C., die mich einfach immer versteht und mir meine Gedanken und Gefühle so erklären kann, dass ich sie auch verstehe, die ist grade in der allerschlimmsten Renovierungsphase und kann mir grade nicht helfen :-( und was noch fast schlimmer ist: ich ihr auch nicht :-( :-(

Highlight des heutigen Tages war eine Hühnersuppe aus der Tüte mit Ei. Ansonsten große Mattigkeit und Unlust…

Was mich so sehr nervt ist meine Konzentrationsspanne, die der eines Goldfischs entspricht. Das nervt mich so. Es ist alles so anstrengend und ich kann mich kaum aufraffen. Das Denken ist so langsam und anstrengend…und ich hab jetzt auch schon wieder meinen Schlusspunkt erreicht…

Montag will ich wieder arbeiten gehen. Schauen wir mal wie das wird. Mittwoch hab ich wieder Therapie, bis dahin wollte ich eigentlich auch noch was erarbeitet haben…würde, wollte, hätte, sollte…

Heute nicht so doll…

Heute wieder nen Tag im Bett verbracht. Bin um sieben das erste mal wach gewesen, dann um neun, aber konnte mich nicht zum aufstehen bewegen. Warum auch aufstehen? Lohnt sich ja nicht, interessiert auch keinen ob ich aufstehe oder nicht, ob ich was schaffe oder nicht. Es standen auch keine Termine oder richtig wichtige Erledigungen an. So hab ich mir gegen 11:00 ne Riesenschüssel Grießbrei mit Honig und Zimt gemacht und ne große Kanne Erkältungstee mit Ingwer und bin wieder ins Bett. Gegen zwei bin ich dann nochmal eingeschlafen.

Eigentlich hätte ich heute Aquazumba gehabt aber konnte mich nicht motivieren hinzugehen. Bin außerdem auch bisschen erkältet und fühlte mich recht matschig in der Birne und mir ist ständig kalt.

Morgen will ich zumindest mal aufstehen und einkaufen fahren. Will ein geschenk kaufen, da ich morgen Abend auf Geburtstag eingeladen bin. Und ich würde wahnsinnig gerne ne Kleinigkeit selbst machen als Mitbringsel…ich schau mal. Vom jetzigen Standpunkt aus denke ich, das wird nix.

Natürlich hatte ich auch wieder paar blöde Gedanken heute:

-stell dich nicht so an
-reiß dich doch zusammen
-du bist doch nur faul
-du verschwendest deine Zeit-hier ist noch so viel zu tun, das schaffst du nie
-ich würde so gerne aufräumen, ordentlich sein, meine Routinen erarbeiten und durchziehen

Ich hab so viel im Kopf, was ich gerne schaffen würde…

Naja schauen wir halt mal wie es morgen ist…

Fleißiges Bienchen

Ich bin echt so stolz auf mich. Ich hab gestern und heute soooo viel geschafft.

Nachdem ich gestern den Beitrag veröffentlicht hattet, wollte ich ja Kartoffeln mit Rührei und Spinat machen. Auf dem Weg in die Küche bin ich am Wohnzimmer vorbei und sehe mein Telefon rot blinken. Das war ziemlich wundersam, da mein Telefon seit ich eingezogen bin noch nicht funktioniert hat. Und als ich drauf schaue sehe ich einen Anruf in Abwesenheit. Und als ich die Nummer wähle verbindet sie mich mit den Kabelfuzzis, was bedeutet: ICH HAB ENDLICH TELEFON, Zeiten der 40€ Handyrechnungen sind vorbei!! Naja dann musste ich natürlich erstmal den wichtigsten Menschen meine Nummer mitteilen und dann hab ich die Kartoffeln aufgesetzt und die Küche aufgeräumt.

Eingeschlafen bin ich leider erst gegen 4:00 Uhr morgens. Das war nervig. Trotz Tee, Atemübungen und Baldrian…keine Ahnung was da los war und ich hoffe, dass ich das heut Nacht nicht wieder mitmachen muss.

Heut morgen bin ich ne Stunde später als geplant aufgestanden, Netterweise hat mein innerer Kritiker wohl weiter geschlafen er ließ mich diesbezüglich nämlich in Ruhe.

War dann bei meinen Eltern und soooooooo fleißig!!! Hab ganz ganz viel erledigt und um halb zwölf war ich mit frischen Brötchen wieder daheim. Dann hab ich laaaaaaange Mittagspause gemacht…so bis 17:00 Uhr *räusper* und eben hab ich noch ein bisschen oben aufgeräumt und ne Spülmaschine angeschmissen.

 

Ach ich wünschte mir es ginge mal ein bisschen so weiter…ich hab grade keine doofen Gedanken. Also auch nichts was ich ins Gedankenprotokoll schreiben könnte und ich schaffe Stück für Stück ein bisschen was. Das ist alles schon mal sehr sehr viel!

Ich denke und hoffe, dass ich nächste Woche dann wieder arbeiten gehen kann…

Ich bin wieder hier

Hallo, da bin ich wieder…

nach dem Thema Schluss mit Ausreden war auch irgendwie Schluss mit bloggen, Schluss mit Freude…und heute hatte ich wieder den ersten Termin meiner richtig echten Therapie. Sprich ihr dürft in den nächsten Monaten live miterleben wie ich meine Schematherapie mache YAY :-)

Eine Veränderung beginnt immer mit einer Bestandsaufnahme. Also dann:

Datum: 7.11.2016
Therapiestunden: 1
Gewicht: (keine Ahnung, muss ich morgen mal bei meinen Eltern checken)
Wohnsituation: mein geliebtes kleines Häuschen, im Kisten- und Lotterchaos mit einer To-Do Liste, die von hier bis zum Mond reicht.
Psyche: Bin jetzt in der dritten Woche krank geschrieben. Ich schlafe sehr viel. Seit gestern geht es mir etwas besser und ich würde sehr gerne versuchen am Donnerstag arbeiten zu gehen. Das Alleinsein kann ich grade nicht gut ertragen. In der letzten Woche fühlte sich alles so sinnlos an, so taub und nichts hat mehr Spaß gemacht
Körper: fit
Beziehungsstatus: Single und mal wieder völlig perspektivlos verliebt… *augenroll*

Die heutige Sitzung war ganz schön holprig zu Beginn. Ich in Tränen aufgelöst und er bekannt provokant…aber nach ner Weile hat er mich dann vom zwischenmenschlichen Kopfsteinpflaster runter gelassen und wir konnten ein bisschen über meiner Ziele und unser weiteres Vorgehen sprechen.

Mein Ziel ist es wieder dahin zu kommen wo ich vor zwei Jahren war. Ich will meine eigene Sonne sein, ich will mir selbst genug sein. Ich will mit mir ok sein. Ich will wieder Kraft für schöne Dinge haben und diese genießen und hier teilen. Und ich will auch Kraft für die nicht so schönen Dinge haben und halt einfach tun, was manchmal getan werden muss. Weil, da bin ich ja Realist. Das Leben besteht nunmal nicht nur aus Kochen und Einhornpups, sondern eben auch aus Abflusssaubermachen (schlimmste Hausarbeit der Welt!!!).

Ich bin motiviert, wir fangen thematisch nochmal von vorne an, ich hab einen Berg Unterlagen bekommen (den selben wie letztes mal 😉 ) und ich hab den Willen mitzuarbeiten.

Und ich mag wieder hier schreiben!

Und jetzt gehe ich und koche mir Kartoffeln mit Spinat und Rührei!

Schluss mit Ausreden

Diese Woche merkte mein Therapeut an, ob ich nicht etwas fahrlässig mit mir umgehen würde. Er bezog das hauptsächlich auf die Situation, dass ich bei meinen Eltern wohne und mich damit den Dämonen meiner Kindheit aussetze und dass ich auf ein Haus warte von dem ich noch nicht weiß wann es frei wird, bei dem noch so viel schief gehen kann und ich nichts schriftliches in der Hand habe außer einer SMS von der Vermieterin.

Natürlich hab ich den Gedanken erstmal von mir gewießen. Ich kann ja nix für die blöde Situation, ich bin das Opfer, ich hab keine Schuld und muss so sehr leiden.

Aber ich wäre nicht ich, wenn ich solche Gedanken und mein Verhalten nicht ordentlich durchkauen und reflektieren würde. Und ich kam zu dem Schluss:

In der Hinsicht hat er diesmal nur indirekt recht.

Ich habe mich bewusst dafür entschieden zu meinen Eltern zu gehen, statt mir ein Zimmer übergangsweise zu nehmen. Das war nicht fahrlässig. Aber dass ich mich grade so derart bemitleide und Ausreden ohne Ende hab: DAS ist fahrlässig. Und wie ich mit meinem Körper umgehe ist schon nicht mehr fahrlässig sondern hochgradig autoaggressiv.

JA, es ist ne doofe Situation, JA, es ist anstrengend, JA, ich hab hier nicht die Möglichkeiten für mich zu sorgen, wie ich es mir erarbeitet habe, ABER ich bin ein erwachsenes und durchaus gescheites und auch kreatives Mädchen und ich kann verdammt nochmal auch aus dieser Situation was machen, wenn ich nur endlich aufhöre mich selbst zu bemitleiden und das arme Opfer zu spielen.

Am meisten Sorgen macht mir mein Essverhalten. Ich fresse….es ist so ekelhaft. Ich weiß nicht, wann ich zuletzt wirklich Hunger hatte, oder lustvoll etwas genießen konnte. Ich bin permanent überfüllt, kurzatmig, wabbelig, fett. Ich habe um die 6 Kilo zugenommen seit ich bei meinen Eltern wohne. Und ich hab immer und überall die Ausrede angebracht: das wird schon wieder, wenn ich wieder mein eigenes Leben führe, ich brauche das Essen im Moment als Ventil und zur Frustbewältigung.

Ja, das stimmt auch, aber mittlerweile hab ich das fressen so ritualisiert, dass es eben auch außerhalb von Frust stattfindet. und DAS GEHT SO NICHT!

Ich fange hier und jetzt wieder an auf mich zu achten. Wenn ich Hunger oder Appetitt habe, dann frage ich mich

  1. Warum hab ich Hunger oder Appetitt
  2. wenn es nur Appetitt ist, würde mir dann evtl auch etwas anderes helfen?
  3. Worauf habe ich Lust, was verlangt mein Körper grade

Und dann werde ich das essen worauf ich Lust habe und versuchen aufzuhören wenn ich satt bin. Und ich werde es akzeptieren, wenn es nicht klappt, aber weiter versuchen. Ganz kleine Schritte.

Ich bin erwachsen und ich kann für mich sorgen!

Ich bin 1,70m

ich wiege 148,6kg

Mein BMI: 51,2

Leben mit den Dämonen

Ja was soll ich schreiben…ich will ja eigentlich auch nicht immer nur jammern, weil das nunmal nichts bringt. Aber Fakt ist, es geht mir nicht gut.

Ich schaff es grade nicht irgendwas zu strukturieren oder anzugehen…das kotzt mich tierisch an.

Während ich diesen Beitrag schreibe, isst meine Mama im Wohnzimmer. Zwischen uns ist eine geschlossene Tür. Ich höre das Besteck auf dem Teller klappern und es macht mich wahnsinnig. Eigentlich wollte ich mich auch in „mein“ Zimmer zurückziehen, aber vor dem Zimmer wird grade fleißig aufgeräumt/ ausgemistet. Das ist ja schön und freut mich wirklich sehr, aber ich komme hier nicht zur Ruhe. Ich fühle mich permanent gestresst.

Gestern hab ich einen Vortrag zum Thema Resilienz besucht. Naja, das Fazit war, dass es in meiner aktuellen Situation einfach kein Wunder ist, dass es mir im Moment so geht, wie es geht. Ich bin durch das Wohnen bei meinen Eltern permanent den Dämonen ausgesetzt, die mir ja meine liebe Depression geschenkt haben, ich entferne mich immer mehr vom gesunden Erwachsenen und werde immer mehr die kleine Danny und ich kann nichts dagegen tun. Beschneidung des Handlungsspielraums und der Kontrollmöglichkeiten ist ein großer Stressfaktor. Das ist so. Bei jedem. Wie stark jeder einzelne Handlungsspielraum und Kontrolle braucht ist wieder was anderes. Und ich bin nunmal der Typ, der sehr viel Freiraum und Kontrolle braucht. Meine ganzen Mechanismen, die ich mir erarbeitet habe um Frust zu bewältigen, oder Spannung abzubauen oder zur Ruhe zu kommen kann ich hier nicht umsetzen. Oder nur sehr sehr beschränkt. Sprich ich hab keine Möglichkeit mich wieder in ne normale Bahn zu bringen und gleichzeitig tanzen die Dämonen um mich rum und strecken mir die Zunge raus.

Ja ich weiß, es gibt so viele, denen geht es schlimmer und die jammern nicht so rum. Ich weiß das. Und das zu wissen macht das Gefühl nicht besser. Es fühlt sich an als wäre ich gelähmt. Die Beine sind da, sehen auch funktionstüchtig aus, aber die Verbindung wurde beschnitten, ich kann sie nicht in Gang setzen.

Ich versuche Alternativstrategien zu entwickeln, bin da aber nicht sehr erfolgreich. Ich habe zumindest monatlich Gespräche mit meinem Therapeuten und ich nehme hochdosiertes Johanniskraut, wobei ich nicht das Gefühl habe, dass es hilft.

Aus dem Beitrag über Resilienz ging ein bisschen hervor, dass eine der Überlebensstrategien in Krisen ist, sich nicht starr gegen die Situation zu stellen, sondern dem Druck etwas nachzugeben um nicht zu brechen. Wie ein Baum, der dem Wind nachgibt um eben nicht von den Füßen gerissen zu werden.

Ich gehe davon aus, dass es wirklich besser werden wird, wenn ich endlich wieder mein Leben leben kann. Noch hab ich keinen Termin für den Umzug, aber die Vermieter haben sich vor ein paar Wochen gemeldet um mal Bescheid zu geben, dass sie noch nichts wissen aber mal nachhören wollen. Ich glaube nicht, dass es dann sofort besser wird, aber mit der Zeit. Was mir Angst macht, ist dass diese Hoffnung so lange auf Sand gebaut ist, solange ich keinen Mietvertrag unterzeichnet habe. Aber man kennt das ja von dem Strohhalm an den sich der Ertrinkende klammert. Und mehr als diesen Strohhalm hab ich grade nicht.

Also versuche ich es jetzt mit der „Gras-im-Wind“-Strategie. Ich gebe dem Druck nach und lasse zu, dass es mich runter zieht. Ich versuche das bewusst und ohne Bewertung zu machen. So nach dem Motto: „ach guck, da liegt sie die Danny“

Vielleicht ist grade auch mal wieder ein guter Moment die Achtsamkeitsübungen zu machen.

„Solange du atmest, ist mehr gesund an dir als krank“ (Jon Kabat-Zinn)

Also…atme ich mal…

 

Von Achtsamkeit und (zu) kleinen Freundeskreisen

Heute war ein guter Samstag. Ursprünglich war der Plan mit meiner Mama shoppen zu gehen. Aber als sich dann herausstellte, dass mich die erste Arbeitswoche doch recht fertig macht und ich heute mit dem Squirrelhasen nochmal zum Tierarzt muss haben wir das auf nächste Woche verschoben. Erstmal.

Es war eine absolut gute Entscheidung! So konnte ich einen richtig entspannten Tag verbringen. Mit Mittagsschlaf *yay* und kochen. Squirrel bekommt jetzt noch zusätzlich ein Herzmedikament…schaun wir mal wie sich das alles entwickelt.

Jetzt war der Tag so schön ruhig und entspannend, dass ich heut Abend gern noch was trinken gegangen wäre. Aber keiner hat Zeit. Und da wurde mir mal wieder bewusst, dass ein kleiner Freundeskreis manchmal auch seine Nachteile hat.

Aufgrund der Depression und auch der Hochsensibilität hab ich es nie geschafft einen großen Freundeskreis zu haben. Grundsätzlich find ich das nicht schlimm. Ich hab lieber wenig, aber dafür ECHTE Freunde, die ich auch nachts um drei anrufen könnte, wenn was wäre. Aber gleichzeitig bin ich halt auch immer irgendwie ein bisschen außen vor. Ich werde selten mal einfach so zu nem Beisammensein eingeladen. Eben weil es auch nicht selbstverständlich ist, dass die Danny überall dabei ist. Durch die Depression musste ich mir schon öfter im Leben soziale Auszeiten nehmen, weil eben die Kraft dafür gefehlt hat. Und aufgrund der Hochsensibilität kosten mich soziale Kontakte nunmal meistens Kraft. Es ist halt wie es ist.

Ich mag versuchen wieder etwas mehr Kontakte zu knüpfen, auch wenn es mir doch oft schwer fällt. Vielleicht sollte ich die Tierärztin mal fragen, ob sie Lust hat was trinken zu gehen. Ich hab mittlerweile das Gefühl wir kennen uns schon richtig gut 😀

Morgen fahre ich zu ganz lieben Freunden, die sich einen Hof gekauft waren. Darf ein bisschen misten helfen und den Hof anschauen. Das wird ziemlich sicher, ziemlich gut. Und für heut Abend bleiben mir noch ein paar Onlinechats.

Antidepressivum Sonne

Heute schien die Sonne!! Endlich! Seit gefühlten Monaten. Sonnenschein und blauer Himmel. Den ganzen Tag über. Und schwupps war ich deutlich weniger müde als in den letzten Tagen.

Es fühlt sich immer an als sei eine Last von mir abgefallen. Dazu kam, dass es dem Squirrelhasen heute besser ging als gestern. Es macht einen schon ziemlich fertig, wenns den Fellnasen nicht gut geht. Morgen gehen wir wieder zum Tierarzt…das sechste mal seit Mitte Dezember…die TÄ vermutet, dass er Wasser in der Lunge haben könnte. Ich wünsch mir einfach nur so sehr, dass wir ihm helfen können.

Die erste Arbeitswoche war ok. Bin noch nicht so ganz wieder drin, wie ich das gerne will, aber ich war diese Woche auch einfach so unfassbar müde…und ich vermute es lag tatsächlich an der fehlenden Sonne. In meiner Frühstückspause gehe ich 20 Minuten um den Block. Das ist Bewegung im Licht an frischer Luft und tut saugut. Aber am gutesten ( 😉 ) tut es halt wenn auch noch die Sonne scheint.

Ich mag das auch jedem ganz besonders warm ans Herz legen. Während meiner schlimmen Phasen hat mich mein Papa regelmäßig zum Spazieren mitgenommen. Mir war da definitiv nicht nach. Ich wollte im Bett liegen, die Welt nicht sehen. Aber er hat mich abgeholt, ist mit mir Schritt für Schritt gegangen. Immer mit der Option, dass wir umdrehen können, wenn ich es gar nicht mehr packe. Und ich glaube fest dran, und es wird da glaub ich auch durch einige Studien belegt, dass die Bewegung im Tageslicht gegen Depressionen hilft. Natürlich nicht alleine. Aber begleitend.

Einer meiner Vorsätze für dieses Jahr: mehr bewegen, weils mir gut tut. Bin dabei!