Archivbloggen-Überreizt-08-15

Manche Artikel schreibe ich offline und lasse sie erstmal liegen, um sie später nochmal mit „klarem“ Kopf zu lesen und evtl. zu veröffentlichen.

Ich komme nach Hause. Im ersten Moment ist eigentlich noch alles einigermaßen ok. Dann aber klingt das Ablegen einer Gabel auf einem Teller so, als hätte man mir einen Gong, einen sehr großen Gong ans rechte Ohr geklebt und würde von der anderen Seite dagegen schlagen. Ich will rufen, dass sie leiser sein sollen. Das Zischen des Fettes in der Pfanne prasselt wir ein spitzer Pfeilregen auf mein Trommelfell. Ich will mein Ohr schützen, aber es klingelt schon im Kopf. Der ganze Kopf ist erfüllt mit schrillen, kreischenden Tönen. Ich schnappe die Ohropax und stöpsel mir fast panisch die Ohren zu. Alles erscheint plötzlich so grell. Die Hose zwickt ein bisschen am Bauch und plötzlich muss ich sie SOFORT ausziehen, weil ich das Gefühl nicht mehr ertrage. Ich versuche mich zur Geduld zu zwingen. Decke den Tisch so leise ich kann. Was nützt, es wenn einer leise ist, während zwei andere Alltagsgeräusche verursachen, die ich grade nicht ertragen kann?

Wir sitzen am Tisch. Es gibt Pfannkuchen, ich wünsche mich irgendwohin wo es keine Geräusche gibt. Und auch sonst keine Reize. Den Geschmack nehme ich heute auch intensiver wahr. Das ist bei Pfannkuchen ja durchaus erträglich, aber die Erdbeermarmelade ist viel zu süß, das Apfelmus mit Aprikose hat einen bitteren Beigeschmack. Also Pfannkuchen pur mit wenig Zimt.

Eine Fliege wird immer wieder verscheucht. Die Scheuchbewegung macht mich wahnsinnig. Bitte hört auf euch zu bewegen! Die Stimmung ist angespannt. Ich spüre sie körperlich.

Kaum aufgegessen verziehe ich mich. Das ruhige, kühle, dunkle Kellerzimmer erdet mich ein bisschen. Ich komme etwas zur Ruhe. Ein dummer Facebookkommentar zerstört die Ruhe wieder. Ich rege mich so sehr auf, dass mir übel wird.

Ein Telefonat bringt mich wieder zur Ruhe. Gott sei Dank.

Am nächsten Tag bleierne Müdigkeit und wieder Überreiztheit…ich brauch ne Pause bitte.

Archivbloggen – Betäuben – 09/15

Manche Artikel schreibe ich offline und lasse sie erstmal liegen, um sie später nochmal mit „klarem“ Kopf zu lesen und evtl. zu veröffentlichen.

In mir ist eine Unruhe, so eine große Unruhe und eine tiefe, schwarze, kalte Leere. Ein eiskalter blinder Fleck, der mich von Innen aufzufressen scheint. Alles versinkt darin…nichts kann ich halten.

Ich versuche ihn zu betäuben, zu überdecken. Ich fahre stundenlang im Dunkeln durch die Straßen, den Blick starr geradeaus. Ich versuche vor dem Loch davon zu fahren.

Ich stopfe mich mit Essen voll. Fastfood und Süßigkeiten. Ich versuche das Loch zu stopfen, den Schmerz und die Gedanken zu bedecken.

Ich betäube mich mit dummen Fernsehsendungen, die auf mich einprasseln. Ich versuche das Loch davon abzuhalten sich auszubreiten.

Ich suche nach Auswegen, doch ich finde keine…weil es keine gibt. Ich muss mit dem schwarzen Loch in meiner Brust herumlaufen. Ich hab das Gefühl, jeder kann es sehen und jeder ist froh nicht mit dem Loch leben zu müssen. Und die Leute haben Angst. Angst vor mir, Angst davor sich anzustecken.

Ich kann auch nicht darüber sprechen, ich will nicht darüber sprechen. Ich habe Angst, dass ich dann völlig in das Loch falle. Dass ich nicht aufhören kann zu weinen. Also schweige ich. Schweige, lächle und nicke: „alles gut“

Also versuch ich mich zu betäuben und zu überleben, bis das Loch vielleicht eines Tages wieder verschwindet.

 

Archivbloggen – Träume – 07/15

Manche Artikel schreibe ich offline und lasse sie erstmal liegen, um sie später nochmal mit „klarem“ Kopf zu lesen und evtl. zu veröffentlichen.

Folgendes hab ich geträumt:

Ich bin drei oder vier Jahre alt und sitze in meinem hellen Kinderzimmer vor der weißen Wand. Neben mir viele Farben, aus denen ich einen wunderschönen Rosaton mische.

Ich verreibe ihn zwischen meinen Händen und genieße das feuchte, glitschige Gefühl. Ich sehe meine rosa Hände an und finde sie wunderschön. Dann schaue ich auf die weiße Wand vor mir und fühle mich von ihr wie magisch angezogen. Ohne dass ich es verhindern kann nähern sich meine Kinderhände der Wand und ich hinterlasse zwei leuchtend rosa Abdrücke. Sie sind so wunder wunderschön.

Ich betrachte sie glücklich.

Plötzlich steht mein Vater neben mir. Erschrocken schaue ich auf und meine Augen füllen sich mit Tränen, ich weine aus Angst davor ihn wütend gemacht zu haben und bestraft zu werden.

Mein Vater hockt sich neben mich. Er nimmt die Farben und verreibt etwas Blau zwischen seinen Händen. Dann drückt er seine Vaterhände neben meine Kinderhände an der Wand. Seine Abdrücke neben meinen sehen noch viel schöner aus. Ich schaue ihn an und er lächelt.

Dann verzieren wir gemeinsam die Wand in allen möglichen Farben mit unseren Händen.

Später badet er mich und bringt mich ins Bett. Ich schlafe glücklich und mit dem Gefühl behütet zu sein ein.